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3. Die kulturelle Vielfalt stärken AA Ausdrucken

Die kulturelle Vielfalt ist eine Besonderheit des Nordens. Das Nebeneinander von hochdeutscher, niederdeutscher, dänischer und friesischer Kultur und der Kultur der Sinti und Roma gibt unserer Region einen kulturellen Reichtum, wie es ihn kaum an einem anderen Ort in Deutschland gibt. Dieser bereichert nicht nur das Leben der Menschen in Schleswig-Holstein, er ist auch interessant für Touristen und andere Gäste. Die kulturelle Vielfalt lebt aber nicht von selbst. Sie muss geschätzt, gepflegt und auch finanziell gefördert werden.



3.1. Finanzielle Förderung

Minderheitenpolitik ist nur so gut, wie sie vor Ort gelebt wird, und da gibt es vielerorts noch Mängel. Die Gleichstellung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt es nicht zum Nulltarif. Trotzdem steht die Minderheitenförderung vielerorts in jeder Haushaltsrunde wieder zur Diskussion. Deshalb müssen die Zuschüsse an dänische Schulen, Schulbusse, Kindergärten, Bibliotheken, Kultureinrichtungen etc. und an die friesischen Vereine und Institutionen vom unsicheren Status der „freiwilligen Leistung“ befreit und auf ein dauerhaftes Fundament gestellt werden. Nur durch eine umfassende Verpflichtung des Bundes, des Landes und der Kommunen können Nachteile ausgeglichen, faire Chancen ermöglicht und die vielfältige Arbeit erhalten werden.
  • Der SSW fordert, dass die Förderung der Einrichtungen der Minderheiten zur kommunalen Pflichtaufgabe wird.
  • Der SSW fordert, dass die Kreise bei den Zuschüssen für die Schülerbeförderung die dänischen Schulkinder ebenso behandeln, wie ihre Gleichaltrigen an öffentlichen Schulen.
  • Der SSW setzt sich für die gleichberechtigte Förderung der dänischen und friesischen Kulturarbeit einschließlich der Erwachsenenbildungsangebote und Bibliotheken durch die Gemeinden und Kreise ein.
  • Der SSW fordert die Förderung der schulärztlichen Untersuchungen des dänischen Gesundheitsdienstes an den dänischen Schulen durch die Landkreise.
3.2. Sprachen fördern

Zur Gleichstellung der Minderheiten gehört auch, dass ihre Sprachen im öffentlichen Raum wahrnehmbar und nutzbar sind. Dies ist nicht nur das Gebot einer auf Gleichberechtigung und kultureller Vielfalt ausgerichteten Minderheitenpolitik, sondern dient auch der Erfüllung der Ziele der „Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen“, in der sich Deutschland verpflichtet hat, den Gebrauch von Dänisch, Friesisch und Plattdeutsch in der Öffentlichkeit zu fördern. Neben dem Erlass des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums, der die Aufstellung mehrsprachiger Ortstafeln und Hinweisschilder ermöglicht, müssen weitere Möglichkeiten der Nutzung von Minderheitensprachen im öffentlichen Raum und in öffentlichen Behörden ausgeschöpft werden.
  • Der SSW fordert die Förderung der Minderheitensprachen in den kommunalen Verwaltungen im Landesteil Schleswig.
  • Der SSW setzt sich für die Aufstellung zweisprachiger Ortsschilder und Wegweiser in weiteren Gemeinden im nördlichen Landesteil ein.
  • Der SSW setzt sich dafür ein, dass die Minderheitensprachen in den regionalen Medien stärker vertreten sind.
  • Der SSW setzt sich dafür ein, dass Museen und andere Kultureinrichtungen konsequent mehrsprachig konzipiert werden.
  • Der SSW fordert, dass der Kreis Nordfriesland und die nordfriesischen Gemeinden konsequent die Möglichkeiten des Friesisch-Gesetzes nutzen.
3.3. Kulturelle Vielfalt ist mehr als Minderheitenpolitik

Aus unserer Geschichte ergibt sich, dass der SSW sich zuerst für die Förderung der Minderheitenkulturen einsetzt. Darüber hinaus arbeiten die Kommunalvertreter des SSW aber dafür, dass die kulturelle Vielfalt ganz allgemein als zentrale Aufgabe der Kommunalpolitik wahrgenommen wird. Ob es nun um die „klassische“ Kultur wie Theater und Kunstausstellungen geht, um Soziokultur oder um „Alternativkultur“: zu einem intakten Leben in einer Gemeinde gehört auch eine lebendige Kulturszene. Wer hier ständig den Rotstift ansetzt, der riskiert die kulturelle Vielfalt unseres Landesteils.
  • Der SSW setzt sich für eine gleichberechtigte Förderung der vielfältigen kulturellen Aktivitäten und Angebote vor Ort ein.
  • Der SSW setzt sich dafür ein, dass die kulturellen Besonderheiten der Einwanderer vor Ort respektiert werden, weil sie sich nur so in die lokale Gemeinschaft integrieren können.
  • Der SSW fordert, dass die erfolgreiche deutsch-dänische Kultur-Zusammenarbeit im Rahmen der Region Sønderjylland-Schleswig langfristig finanziell abgesichert wird.
 

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