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11. Kultur und Kulturpolitik AA Ausdrucken

Für eine Vielfalt in der Kultur

Kultur ist ein grundlegender Bestandteil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Kulturelle Freiheit und Vielfalt gehören somit zu den Existenzbedingungen einer demokratischen Gesellschaft. Kultur trägt zur Selbstverwirklichung und Identität eines jeden Menschen bei, denn durch Schaffung kultureller Freiräume wird es den Menschen möglich gemacht, sich neu zu orientieren.

In einer Zeit mit tiefgreifenden sozialen Wandlungen ist eine offene Kulturpolitik wichtiger denn je. Kulturpolitik darf daher nicht einseitig Schwerpunkte bei der etablierten Kultur setzen, sie muß vielmehr den Rahmen für breitangelegte kulturelle Aktivitäten schaffen. Grundsätzlich gilt, daß in allen Bereichen der Kultur die Perspektiven erweitert werden müssen.

Kultur zu fördern muß weiterhin eine staatliche Aufgabe sein. Kulturförderung darf sich nicht auf Bestandssicherung beschränken; das Ziel muß immer auch sein, überkommene Formen und Inhalte kritisch zu überprüfen.

Südschleswig hat eine reichhaltige Geschichte aufzuweisen, denn seit vielen Jahrhunderten gibt es hier eine dänische, friesische und eine nieder- und hochdeutsche Kultur. Diese Kulturen führten in der Vergangenheit eher ein Eigenleben, weil neben der Sprachbarriere auch die Auffassung überwog, daß die Entfaltung der eigenen Kultur durch die der anderen begrenzt würde. Eine zukunftsweisende Kulturpolitik wird daran zu messen sein, ob sie dem Reichtum Rechnung trägt, der in der Vielfalt unserer Kulturlandschaft liegt. Die Hinführung zu einem bewußten Kennenlernen und Erleben aller im Lande vertretenen Kulturen muß künftig weit stärker als bisher ins Auge gefaßt werden; dazu gehört auch die Forderung nach einem Landesmuseum für Zeit- und Regionalgeschichte. Im kulturellen Alltag wird der SSW weiterhin darauf drängen, daß die Verpflichtung zur Gleichbehandlung von Mehrheits- und Minderheitsbevölkerung nicht nur als Staatsziel in der Landesverfassung steht, sondern auch in den entsprechenden Gesetzen enthalten ist.

Medien

Die rasante technische Entwicklung und die Entwicklungen auf dem Mediensektor haben die Alltagskultur nachhaltig verändert. Der SSW steht zu dem dualen System in der Medienlandschaft, das heißt zu dem Nebeneinander der privaten und öffentlichen Medienanbieter. Dem öffentlichrechtlichen Rundfunk kommt jedoch eine besondere Rolle bei der Aufrechterhaltung eines vielfältigen Angebots zu; damit meint der SSW auch die verstärkte Berücksichtigung aller im Lande vertretenen Kulturen. Der öffentlich-rechtliche Sender muß deshalb in seiner Existenz und Fortentwicklung gesichert werden. Weiterhin fordert der SSW, daß auf dem Mediensektor an einer wirkungsvollen Konzentrationskontrolle festgehalten wird.

Demokratische Teilhabe an der Informationsgesellschaft

Die Entwicklung der Informationstechnologie bringt einerseits Chancen mit sich. Andererseits birgt sie die Gefahr einer neuen Spaltung der Gesellschaft. Künftig könnte es informationsarme und informationsreiche Bürger geben. Vor diesem Hintergrund fordert der SSW die demokratische Teilhabe aller an der Informationsgesellschaft. Sie setzt den erleichterten Zugang zu allen öffentlichen Informationen voraus.

Sport und Freizeitgestaltung

Die Ausweitung der Freizeit führt dazu, daß immer mehr Menschen ihre Freizeit aktiv gestalten wollen.Für den SSW ist die ehrenamtliche Vereinsarbeit die Gundlage seiner Freizeitpolitik mit dem Ziel, die Gegensätze zwischen Alt und Jung, zwischen dem aktiven und dem passiven Teil der Bevölkerung zu überwinden. Ehrenamtliche Tätigkeit hat daher einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und sollte dementsprechend anerkannt und gefördert werden.

Sport ist aktive Freizeitgestaltung und dient der Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Das Augenmerk des SSW gilt in erster Linie der Förderung des Breitensports. Neben der Sportausübung übernehmen die Sportvereine wichtige soziale und gesellschaftliche Aufgaben.

Im Interesse aller sollte es sein, diese Arbeit auch weiterhin zu unterstützen. Grundsätzlich sollte Sportausübung von demokratischer Verständigung und kreativem Spiel geprägt sein, denn nur so kann sich Sport als Freizeitgestaltung der passiven Unterhaltungsindustrie gegenüber behaupten.

 

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