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5. Wirtschaft und Strukturentwicklung AA Ausdrucken

Wirtschaftsförderung im Interesse der Menschen

Eine stabile und leistungsfähige Wirtschaft trägt zum Wohl der Menschen, zur sozialen Sicherheit und zum sozialen Frieden in der Gesellschaft bei.

Die freie Initiative des einzelnen, sein Mut, an neue Aufgaben heranzugehen und seine Fähigkeit, immer wieder Neues zu entwickeln sind unverzichtbare Werte in unserer Gesellschaft, die gefördert werden müssen.

Dabei muß es Aufgabe der Wirtschaftspolitik sein, ein gesundes Gleichgewicht aller am Wirtschaftsprozeß Beteiligten zu ermöglichen und für faire Rahmenbedingungen des freien Wettbewerbs zu sorgen.

Bei Störungen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts hat der Staat aus seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung heraus das Recht und die Pflicht zur Kontrolle und zur sachgerechten Lenkung des Wirtschaftsgeschehens.

Der Übergang zur Informationsgesellschaft und der verstärkte internationale Handel und Wettbwerb stellen neue Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte. Es gilt daher, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft durch Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und durch Weiterentwicklung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu sichern.

Dabei sind aktives staatliches Handeln sowie die gezielte Unterstützung und Förderung des Wirtschaftslebens weiterhin die Vorraussetzung für eine funktionierende und wettbewerbsfähige Wirtschaft.

Der SSW fordert daher:

  • Direkte Förderung und Unterstützung neuer Projekte und Strukturmaßnahmen.
  • Gezielte Unterstützung der heimischen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb.
  • Nutzung von leistungsfähigen Kommunikationswegen, um die Wirtschafts- und Strukturentwicklung vor Ort zu verbessern.
  • Ausbau und Weiterentwicklung einer zukunftsweisenden Infrastruktur von Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen zur Qualifizierung von Arbeitskräften und Förderung der Zusammenarbeit von Universitäten und Hochschulen mit der Wirtschaft.
  • Eine besondere und gezielte Förderung des Technologietransfers zwischen Hochschulen und Unternehmen.
  • Bessere Rahmenbedingungen für Existenzgründerinnen und Existenzgründer insbesondere im Bereich der Finanzierung und Kreditvergabe. 

Die Entwicklung im Landesteil Schleswig

Für den SSW ist die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung des Landesteils Schleswig und der gesamten Grenzregion von besonderer Bedeutung.

Obwohl es in den letzten Jahren gelungen ist, den wirtschaftlichen Abstand zwischen dem nördlichen Landesteil und den wirtschaftlich starken Gebieten in Holstein zu verringern, ist das grundgesetzlich verankerte Ziel von gleichwertigen Lebensbedingungen noch nicht erreicht.

Der SSW fordert daher:

  • Gezielte, leistungsfähige Strukturprogramme zur Förderung der wirtschaftlichen und strukturellen Entwicklung.
  • Förderung der grenzüberschreitenden Zusamenarbeit, um ein eigenes Wirtschaftsprofil der Grenzregion zu entwickeln und nachbarschaftliches Innovationspotential zu nutzen.
  • Eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Landesteil Schleswig. Dazu gehören leistungsfähige, durchgehende und überregionale Verkehrswege im Schienen-, Straßen-, Wasser- und Luftbereich unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Natur- und Umweltentwicklung. 

Mittelstand 

Die mittelständische Wirtschaft einschließlich des Handwerks und der Kleinbetriebe ist ein bedeutsamer Faktor für die Entwicklung des Landesteils Schleswig.

Die Bedeutung der mittelständischen Wirtschaft wird dadurch unterstrichen, daß Wachstum sowie Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Vergangenheit zu einem großen Teil von kleineren und mittleren Unternehmen in unserem Land geschaffen wurden.

Der SSW will deshalb den Mittelstand besonders fördern und tritt für zusätzliche Innovationshilfen sowie für den Ausbau des Beratungswesens für Klein- und Mittelbetriebe ein.

Technologie-Entwicklung

Um neue Märkte zu erschließen oder sich auf alten zu behaupten, müssen die Unternehmen ständig neue und immer hochwertigere Produkte herstellen. Deshalb kommt der Vermittlung von neuem Wissen in allen Bereichen eine große Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere auch für kleinere und mittlere Unternehmen.

Um den Unternehmen die Produkt- und Technologie-Entwicklung zu erleichtern, fordert der SSW den verstärkten Austausch zwischen Forschungs- und Technologie- Entwicklung auf der einen und der mittelständischen Wirtschaft auf der anderen Seite. Insbesondere sind Modelle der direkten Kooperation zwischen Wissenschaft und der Wirtschaft zu fördern.

Werften

Es ist weiterhin eine nationale Aufgabe, den Schiffbau als eine für das Land wichtige Industrie zu fördern und somit die Existenz der Werften zu sichern. Der hochqualifizierte und spezialisierte

Schiffbau in unserem Landesteil ist ein nicht zu entbehrender Wirtschaftszweig. Alle Förderungsmöglichkeiten sind auszuschöpfen, auch mit dem Ziel, Änderungen in der Produktion zu fördern und zukunftsbezogene Leistungsprogramme zu entwickeln.

Solange wichtige Schiffbauländer ihre Werftindustrie finanziell unterstützen, fordert der SSW eine Fortsetzung der Werftenhilfe in unserer Region.

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr gewinnt als natürlicher Wirtschaftsfaktor zunehmend an Bedeutung. Eine erhöhte Förderung unterschiedlicher Fremdenverkehrsvorhaben, die dem Trend zu mehr Freizeit entgegenkommen, ist geboten. Qualitäts- und Strukturverbesserungen sollen ein ganzjähriges Erholungsangebot herbeiführen und den wechselnden zeitlichen Nachfragen entsprechen. Der Zugang zur Natur muß entgeltfrei sein. Fremdenverkehrsvorhaben sind mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Einklang zu bringen.

Der SSW setzt sich daher für einen sanften Tourismus ein, der die Umwelt schont und Arbeitsplätze in der Region zum Beispiel auch im Nebenerwerb für Landwirte bietet.

Das bedeutet:

  • Bei allen Planungen und Maßnahmen sind die Grenzen der Belastbarkeit der Umwelt aufzuzeigen und einzuhalten.
  • Großvorhaben dürfen in Zukunft nur nach eingehender Prüfung und einer Bürgerbeteiligung errichtet werden.
  • Freizeiteinrichtungen dürfen nicht zu einer Zersiedlung der Landschaft oder zu einer Zerstörung des Landschaftsbildes führen. 

Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei 

Die Situation in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft ist gekennzeichnet durch eine wachsende Zukunftsangst verursacht, durch eine zunehmende Abhängigkeit von zentralistischen Planungen des Bundes und der EU. Durch steigende Kosten in allen Bereichen und fallende Marktpreise verschlechtern sich die Existenzbedingungen für die Produzenten. Aufgrund dieser Entwicklung wird die Lage in der Land- und Forstwirtschaft und in der Fischerei immer problematischer und führt zu weiteren Abwanderungen aus diesen Erwerbsbereichen.

Der SSW setzt sich für eine realistische und zukunftsweisende Politik ein, die den Betroffenen in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei eine reelle Existenzchance einräumt. Auch für die Zukunft gilt es, diese traditionellen Erwerbszweige als wesentliche Wirtschafts- und Standortfaktoren zu erhalten.

Dazu gehört:

  • Die Förderung und Unterstützung einer nachhaltigen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft.
  • Die Sicherung einer Veredelungsproduktion für Landwirtschafts- und Fischereiprodukte im Lande.
  • Die Erhaltung und Weiterentwicklung eines hohen veterinären Standards, um die Exportmöglichkeiten landwirtschaftlicher Produkte zu verbessern und um ethisch unwürdige Tiertransporte zu verhindern.
  • Eine ethisch verantwortliche Tierhaltung und das Verbot von unnatürlichen produktionsfördernden Hilfsstoffen.
  • Die Förderung von Organisationen, die den Absatz von Qualitätsprodukten aus Landwirtschaft und Fischerei steigern.
  • Eine sozial verträgliche Durchführung des Strukturwandels in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. 
 

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