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7. Natur, Umwelt und Energie AA Ausdrucken

Schutz der Natur

Wir Menschen tragen die Verantwortung für den Erhalt und die Wiederherstellung unserer Natur. Eingriffe in die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und die Einengung des natürlichen Lebensraumes führen zu einer Verarmung der Artenvielfalt von Fauna und Flora. Monotone Landschaften haben negative Einflüsse auf den Menschen und entfremden ihn von der Natur. Eine intakte und vielfältige Natur weist wertvolle Erholungsräume auf. Sie trägt zu einer erhöhten Lebensqualität des Menschen bei.

Der SSW fordert daher:

  • Einen großflächigen Schutz unserer Landschaft, um die aus naturschutzfachlicher Sicht wertvollen Bereiche sicherzustellen und um notwendige Räume zur Renaturierung und Biotopvernetzung zu schaffen.
  • Die Verhinderung von Eingriffen in biologisch-ökologische und geografisch-morphologisch wertvolle Gebiete.
  • Eingriffe in Natur und Landschaft auf das Notwendigste zu reduzieren und voll auszugleichen.
  • Die Vielfalt , Eigenart und Schönheit unserer Landschaft zu erhalten.
  • Die Regenerierung von Landschaftsräumen, die entgegen ihren natürlichen Voraussetzungen beträchtlich verändert wurden.
  • Einen umfassenden Schutz des Waldes.
  • Die Aufpflanzung von neuen Forst- und Waldbeständen ist mit standorttypischen Gehölzen durchzuführen.
  • Den umfassenden Schutz der Meere. 

Verantwortung für die Umwelt

Das Umweltbewußtsein der Menschen ist zu fördern, um Umweltschäden zu verhindern und zu minimieren. Umweltvorschriften sind strikt zu befolgen. Durch effektive Überwachung und Kontrolle der Land- und Wasserräume sind Umweltvergehen zu vereiteln. Umweltkriminalität darf sich nicht lohnen und muß mit angemessenen Strafen belegt werden. Die Verursacher müssen verstärkt zu Schadensersatzleistungen herangezogen werden.

Außerdem fordert der SSW:

  • Bei neuen Verbrauchsgütern haben die Erzeuger den Nachweis der ökologischen und ethischen Unbedenklichkeit vom Produktionsablauf bis hin zur Verwertung zu erbringen.
  • Im Bereich Abfallwirtschaft hat die Abfallvermeidung höchste Priorität. Um den Rohstoffverbrauch zu minimieren, sollen wiederverwertbare Stoffe in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden. Der Restmüll ist umweltschonend zu verwerten.
  • Der unsachgemäße Umgang mit Abfallstoffen ist zu ahnden.
  • Eine Beteiligung der Bevölkerung an weitreichenden Entscheidungen im Natur- und Umweltbereich, um eine möglichst hohe Akzeptanz zu erreichen.
  • Den Schutz der Gewässer durch Verhinderung von Überdüngung der Felder. Ein Verbot der Verklappung und Verbrennung von Giftstoffen auf den Meeren sowie der Versenkung ausgedienter technischer Anlagen zur Gas- und Ölgewinnung.
  • Schutz des Klimas durch massiven Abbau des Schadstoffausstoßes.

Tierschutz

Der Lebensraum von wildlebenden Tieren darf nicht weiter eingeschränkt werden, es müssen neue Lebensräume geschaffen und sichergestellt werden. Der SSW lehnt Tierversuche und gentechnische Manipulationen an Tieren ab.

Verantwortungsvoller Umgang mit der Gentechnik

Die Auswirkungen der Anwendung gentechnischer Verfahren in der Landwirtschaft, in der Medizin und der Lebensmittelindustrie sind zur Zeit noch unüberschaubar. Der SSW setzt sich für eine intensive Kontrolle gentechnischer Forschung und für umfangreiche Information der Bevölkerung ein. Unter anderem müssen Kennzeichnungspflicht bei Nahrungsmitteln, Information und Berücksichtigung der Interessen von Anliegern bei Freisetzungsvorhaben und sicherer Datenschutz im medizinischen Bereich gewährleistet sein. Der SSW setzt sich dafür ein, daß Ziele und Mittel der Gentechnikforschung kritisch hinterfragt werden und daß alternative Forschungsprogramme ausreichend finanziell gefördert werden.

Zukunftsweisende Landesplanung

Verantwortung für unsere Umwelt bedeutet gleichzeitig, daß wir eine zukunftsweisende Landschaftsentwicklung fördern.

Daher fordert der SSW:

  • Eine Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. Bei Dorfentwicklung und Dorferneuerung muß eine eigene örtliche Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten und kulturellen Zentren für das Gemeinschaftsleben gesichert werden.
  • Eine Raumordnungsplanung mit einer funktionellen Aufteilung von Aufgaben zwischen Stadt und Land. Eine Zersiedlung der Landschaft muß unter Beachtung der Landschaftsplanung vermieden werden.
  • Den Erhalt von alter, historisch gewachsener oder architektonisch wertvoller Bausubstanz. Eine Erneuerung sollte der Ensemble-Bebauung angepaßt werden.
  • Eine verstärkte Förderung des ÖPNV-Verkehrs durch Ausbau der Schienen- und Busverbindungen, um die Mobilität der Bevölkerung, insbesondere im ländlichen Raum, zu stärken.

Energieversorgung

Die sichere Energieversorgung ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft und für die Lebensqualität im privaten Bereich. Deshalb muß die Energiepolitik ein wesentlicher Teil wirtschaftspolitischer Überlegungen bleiben. Aber eine zukunftsweisende Energiepolitik muß bei der Verwendung neuer Primärenergien auch von gesellschaftspolitischen Leitlinien und umweltpolitischen Zielsetzungen bestimmt sein. 1992 wurde in Rio de Janeiro im Rahmen der UNO von nahezu allen Staaten der Welt die AGENDA 21 beschlossen. Um eine globale Klimaerhitzung zu verhindern, gilt es, die Forderungen der AGENDA 21 in die Energiepolitik mit einzbringen. Die verstärkte Förderung der dezentralen Energieversorgung, Energie-Einsparungen und die effektive Nutzung der Energie spielen bei der Umsetzung der AGENDA 21 eine entscheidende Rolle.

Der SSW fordert daher:

  • Die Förderung umweltfreundlicher Energie, um die fossilen Energierohstoffe zu entlasten.
  • Die Einführung von Umwelt- und Energieabgaben als Steuerungsinstrumente in der Energiepolitik.
  • Den Ausstieg aus der Atomenergie, da ein gesicherter Produktionsablauf nicht vollständig garantiert und eine dauerhafte Entsorgung nicht gewährleistet ist.
  • Zur Ablösung der Atomenergie ein Gesamtkonzept zur Sicherung der künftigen Energieversorgung.
  • Energieeinsparungen in allen Bereichen durch gezielte Maßnahmen bei der Nutzung von Energie, durch Wärmedämmung, moderne energiesparende Geräte und durch die optimale Ausnutzung der Energie.
  • Ausbau und Förderung von dezentralen Energieeinrichtungen wie
    Blockheizkraftwerken und Fernheizungssystemen mit dem Ziel einer effizienteren Nutzung von Energie und einer Reduzierung des Schadstoffausstosses.
  • Alternative Energieformen wie Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Solartechniken im Bereich der Energieforschung zu fördern und ihre Anwendungsmöglichkeiten weiter zu erforschen. 
 

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